WAS IST EMPATHIE? – WAS IST EMPATHISCH? – EIN HERZ FÜR STRAFTÄTER UND VERBRECHER?

WAS IST EMPATHIE? – WAS IST EMPATHISCH? – EIN HERZ FÜR STRAFTÄTER UND VERBRECHER? – EIN TEST

Empathie ist mehr als nur Einfühlungsvermögen! Empathie ist die Offenheit und Fähigkeit, sich in andere einfühlen zu können und die unvoreingenommene Bereitschaft, zu verstehen!

Oft hören wir, „Den verstehe ich nicht“ oder „Wie kann man nur …“ Fragt man andere, ob sie sich für empathisch halten, ist die Antwort in der Regel „JA“!

Der Grund dafür ist recht einfach zu erklären: Fast jeder ist in der Lage, für andere Mitgefühl aufzubringen. Der eine mehr, der andere weniger. Doch ist bloßes Mitgefühl schon Empathie?

Wie oben beschrieben ist Empathie nicht nur die Fähigkeit, sich einfühlen zu können, sondern auch offen und unvoreingenommen bereit zu sein, andere zu verstehen. So hat wahrscheinlich jeder sein Maß an Mitgefühl, doch wahre Empathie befähigt ferner dazu, sich auch gegenüber jemandem zu öffnen, dessen Handeln, Denken und Fühlen man selbst nicht wirklich nachvollziehen oder gutheißen kann!

Es ist ganz einfach sich einmal selbst zu testen. Denken Sie einmal darüber nach, gegen wen Sie etwas haben! Wen können Sie einfach nicht nachvollziehen? Wo hört es einfach bei Ihnen auf, sich für andere zu öffnen. Da muss man sicher nicht lange suchen und um einfach mal an ganz extremen Beispielen zu üben, denken Sie doch einfach mal an Vergewaltiger, Mörder oder auch z.B. an Menschen, die vor ihrem Urlaub ihr Haustier aussetzen. Ich gehe davon aus, dass hier der Spaß für die meisten von uns aufhört. Alle drei hier aufgeführten Beispiele sind Straftaten und sicher kann niemand daran interessiert sein, dass so etwas straffrei bleibt. Es geht hier natürlich nicht darum etwas gutzuheißen oder zu entschuldigen. Es geht darum, sich zu öffnen und bereit zu sein, die Hintergründe zu verstehen. Sich darüber klar zu werden, dass niemand etwas ohne Grund tut. Etwas provozierend ausgedrückt heißt das, dass niemand zu 100 Prozent etwas dafür kann, wer er ist oder was das Leben aus ihm gemacht hat. Meist sind Erlebnisse aus der Kindheit oder Jugend dafür maßgebend, welche Persönlichkeitsmerkmale ein Mensch entwickelt!

Gelingt es Ihnen, sich zu öffnen? Für wie empathisch halten sie sich?

Haben Sie zu diesem Artikel etwas anzumerken? Dann freue ich mich, wenn Sie unten Ihren Kommentar eingeben!

WAS IST EMPATHIE? – WAS IST EMPATHISCH? – EIN HERZ FÜR STRAFTÄTER UND VERBRECHER? – EIN TEST
Erschienen im BLOG „Lebe das Leben“ von Ralf Hillmann


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8 Comments

  1. Danke für den sehr anregenden Artikel. Es ist das, was uns Menschen ausmacht! Auch wenn es provokant scheint und hier nicht jeder mitgehen kann.

    Ich bin letztens über einen Artikel in der Zeit gestolpert, der aus anderem Blickwinkel draufschaut, Empathie eher kritisch betrachtet:

    http://www.zeit.de/2015/49/psychologie-empathie-terror-mitgefuehl-interview

    Einen guten Empathie-Test habe ich hier entdeckt, wenn auch – wie alle solche Tests – mit einem kleinen Augenzwinkern zu benutzen:

    http://empathie-test.de/

    Viele Grüße Björn

  2. Hallo zusammen,

    zunächst einmal Danke für den interessanten Artikel. Ich finde gut, dass er etwas kontroverser ist, da Empathie meist nicht mit den Tätern empfunden wird.

    Dazu möchte ich nur mal kurz auf anmerken, dass Neurowissenschaftler festgestellt haben, dass Frauen, wenn jemand „Böses“ bestraft wird, zwar noch Mitleid empfinden, dieses aber geringer ist, als bei „Guten“. Bei Männern reagiert ein Teil genauso (also nach wie vor Empathie, wenn auch weniger), ein Teil empfindet gar keine Empathie und bei 30% ist sogar das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert, wenn jemand „Böses“ bestraft wird. Der letzten Gruppe wird das, was hier im Artikel beschrieben ist, – schon rein biologisch – unheimlich schwer fallen.

    Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser Belohnungsmechanismus die Männer dazu antreibt, für eine „gerechte“ Bestrafung zu sorgen. Heute ist das natürlich nicht mehr so wichtig, da wir ein Rechtssystem haben, aber in der Vergangenheit war das natürlich sehr wichtig. Aber auch heute würden diese Menschen schneller eingreifen und persönliche Risiken in Kauf nehmen, um Gerechtigkeit wiederherzustellen. Das können sie nur, weil sie keine Empathie mit den Tätern haben und sie als Gegner ansehen. Auf meinem Blog habe ich diese Forschungen ausführlich beschrieben:

    http://www.empathie-lernen.de/strafende-gerechtigkeit-oder-vergebung
    (wenn Sie keine Links in Ihren Blog-Kommentaren haben möchten, können Sie ihn einfach entfernen – soll lediglich der Frage nach Quellen zuvorkommen)

    Meiner Meinung nach ist es auch ganz wichtig, dass man unterscheidet, zwischen der Bestrafung und dem Leiden der Täter und der schlimmen Tat. Zu viel Täter-Empathie kann auch dazu führen, dass man abstumpft und die Denk- und Verhaltensweisen der Täter als Normal ansieht. Das kann man sich z.B. anhand von Sklavenhaltergesellschaften klar machen. Die Kinder entwickeln selbstverständlich mehr Empathie mit ihren sklavenhaltenden Eltern, als mit den Sklaven. Mit der Zeit lernen sie, dass es ganz normal ist, Sklaven zu halten. Empathie ist eben auch davon abhängig, zu wem man sich eher zugehörig empfindet.

    Zuletzt finde ich auch noch mal wichtig zu betonen, dass man „Empathie“ nicht als Vorwurf verwenden sollte. Empathie heißt erst mal nur, dass ich wahrnehme, was in dem anderen vorgeht. Es bedeutet nicht, dass man dann auch so handeln muss, wie es der andere gerne hätte. Manchmal wird die Empathie nämlich gerne als Vorwurf missbraucht „Wenn mein Partner doch mehr Empathie hätte und auf meine Bedürfnisse eingehen würde“. Meiner Meinung nach wäre es besser, sich auf seine eigene Empathie zu stützen, um die Bedürfnisse des Partners und seine Art mit Konflikten umzugehen so in sein eigenes Vorgehen zu integrieren, dass man letztlich das erreicht, was man selbst möchte – im Idealfall unter Berücksichtigung der Wünsche anderer.

    Was auch öfter passiert ist, dass Verhalten mehr oder weniger willkürlich als „nicht-empathisch“ bezeichnet, weil viele denken, man müsste sich, wenn man Empathie empfindet, auch dem Wunsch des anderen beugen und das machen, was sich der andere gerade möchte. Aber Empathie ist nicht zwangsläufig Toleranz und Verständnis. Auch zwei Totfeinde werden versuchen zu erkennen, was im anderen vorgeht und was ihn antreibt (=Empathie). Ziel ist aber nicht Verständnis, sondern den anderen zu durchschauen und seine Denk- und Verhaltensweisen so zu adressieren, das er einen Fehler macht. Auch das ist ein Teil der Empathie.

    • Hallo Carlo,

      vielen Dank für den Ausführlichen Kommentar bzw. Beitrag. Ich veröffentliche die Zeilen sehr gerne und natürlich auch mit entsprechendem Link. Ich arbeite gerade ziemlich intensiv an meinem neuen Projekt und schaffe es jetzt leider gar nicht konkret auf den Beitrag einzugehen. Ich finde die Ausführen aber interessant und freue mich, sie hier veröffentlichen zu können.

      Vielleicht nur ganz kurz: Meiner Meinung nach ist Mitleid eher ein Beweis für Sympathie als für Empathie. Empathie bedeutet, andere nicht zu kritisieren oder zu beurteilen, sondern mit offenem Herzen und ganz neutral wahrzunehmen, was sie fühlen und brauchen. Es geht darum, sich auf das zu konzentrieren, was im anderen vorgeht, anstatt darüber nachzudenken, wie er ist oder unserer Meinung nach sein sollte. Es ist einfach ein Begegnen ohne zu werten. Es geht eher darum, etwas zu verstehen oder neutral zu beobachten. Wenn ich jemandem mit Empathie begegne, muss das nicht heißen, dass ich das, was er eventuell getan hat, gut finde oder entschuldigen möchte.

      Der Unterschied zwischen Empathie und Sympathie: Begegne ich jemandem mit Empathie, versetze ich mich in ihn hinein. Da geht es nicht darum, diesen jemand zu entschuldigen oder zu bemitleiden. Es muss noch nicht einmal unbedingt darum gehen, ihn zu verstehen. Wenn ich jemandem mit Sympathie begegne, stimme ich ihm zu und er tut mir vielleicht sogar leid. Ich signalisiere, dass ich ihn verstehe.

      Die Überschrift meines Artikels, die von einem Herz für Straftäter spricht, ist da glaube ich etwas verwirrend. Ich bastele die Überschriften ja immer aus Keywords zusammen. Daher klingen die auf meinem BLOG auch meist recht ungelenkig 🙂

      Herzliche Grüße – Ralf

  3. Ute Ludwig

     /  26. September 2013

    Hallo Herr Hillmann,

    danke für Ihren Beitrag zum Thema Empathie.

    Perkekt in Sachen Empathie bin ich sicher nicht, jedoch fühle ich mich in der Lage, eine Zeit lang zu beobachten, auch ja, zu lange Verständnis und Toleranz zu üben. Ja, Sie haben recht vielleicht sollte man manchmal einfach „nur“ zuhören und auf des Anderen Gefühlswelt eingehen. Dies ist alles leichter als getan, denn wenn ihr Gegenüber sich auf einmal Wandel, anderes als er sich ihnen dargestellt hat, neige ich zumindest dazu, dass ich unsicher werde, einen Klartext brauche um zu wissen, wo ich dran bin und bleibe leider zulange mit Verständnis nun Toleranz dran, weil es unbedingt verstehen will und in dem man dann zuviel fragt und ja, diskutiert schieß man sich selbst massiv ins aus. Dies werde ich ihn Zukunft anders machen, weil es mich stresst und letztendlich gegen mich verwandt wird. Ja, es geht um einen Mann. Jedoch muss ich doch nicht als Frau alle Kennenlernphasen die ein Mann braucht, um sich seiner Sache sicher zu, damit ich auch ja immer das Besondere bleibe, stillschweigend ertragen und dadurch Stärke beweisen, dass er immer wieder das Bedürfnis oder die Bestätigung bekommt, mich neu erobern zu dürfen. Meiner Meinung nach ist es – desto älter man wird – schwierig, im Zwischenmenschlichen gegenseitig Empathie auszuüben, die sich zu mindest in einem tragbaren bewegt. Aus meiner letzten Beziehung konnte ich erkennen, ja das auch ich mitunter den „Karren in den Mist“ gefahren habe und Fehler gemacht habe, keiner ist halt perfekt, wäre auch langweilig. Für mich ist es jedoch wichtig, dass auch mal ein Partner von Anfang bis Ende einer „Kennenlernphase“ auch auf meine Bedürfnisse eingegeht, sonst verliere ich durch Unsicherheit meine Spur. Leider ist es meistens so, als Frau muss man durch die Bank weg funktionieren wie es dem Gegenüber am Besten in den Kram passt, damit ein Jäger und Sammler wieder seinen Moment findet, die „Besondere“ zu erobern. In meinem fortgeschrittenen Alter ist dies einfach nur anstrengend und eine schöne Beziehung zu leben ist möglich, jedoch desto älter man wird, fällt es einem halt auch schwer die eigene Art der Empathie richtig einzusetzen und Ausdauer zu beweisen und ruhig zu bleiben und abzuwarten bis die Herren der Schöpfung soweit sind, dass sie mal das umsetzen, was sie einem versprechen. LG Ute Ludwig

    • Hallo Frau Ludwig,

      vielen Dank für Ihre Zeilen. Ja, Sie haben sicher Recht. Man hat eigene Interessen und Vorstellungen und man möchte gemäß dieser leben. Da hat nicht immer jeder Verständnis für alles. Weder die anderen für uns, noch wir für die anderen. Gerade in einer Partnerschaft bzw. Beziehung kommt man schneller an seine Grenzen, wenn es um Toleranz und Verständnis geht, als wenn man es mit Menschen zu tun hat, die einem nicht so nahe stehen. Da muss es halt einfach passen. Und ja, da haben Sie auch Recht, es passt sehr oft nicht 🙂 Aber meiner Meinung nach sollte man das nicht verallgemeinern, gut funktionierende Beziehung gibt es auch 🙂

      Herzliche Grüße – Ralf

  4. Ruth Sowaso

     /  6. Juni 2013

    Oft ist es so, dass ich sofort merke, wenn Leute sauer auf mich sind obwohl sie versuchen es zu verbergen, enteuscht sind, oder mir eine Lüge auftischen. Heufig erkenne ich schon an der Mimik vieler Leute, was sie von mir wollen und reagiere dementsprechend. Natürlich finde ich Verbrechen wie Vergewaltigung oder Mord schrecklich! Aber immer wenn ich in der Zeitung von soetwas erfahre, überlege ich warum der Täter so gehandelt haben könnte und versuche mir vorzustellen was derjenige dabei gedacht hat, ich kann mir nähmlich nicht vorstellen das man soetwas komplett grundlos tut!
    Meinen Sie, dass ich empathisch bin?
    Mit freundlichen Grüssen Ruth

    • Liebe Ruth,

      vielen Dank für den Beitrag. Sich ganz neutral Gedanken über diejenigen zu machen, die Dinge tun, die wir nicht gut finden und die zum Teil auch wirklich schrecklich und zu verurteilen sind, bedeutet in jedem Fall, empathisch zu sein. Gerade wenn es um besonders schlimme Verbrechen geht, fällt es vielen Menschen oft schwer, sich in irgendeiner Form darüber Gedanken zu machen, warum es überhaupt dazu kommen konnte. Vielleicht auch, weil man dadurch das Gefühl erwecken könnte, sich auf die Seite eines Täters zu stellen. Dabei ist eine schlimme Tat immer schlimm, egal, ob man verstehen kann, wie es dazu kommen konnte. Ich denke, es gibt immer für alles eine Erklärung. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die schrecklichen Taten dadurch weniger schrecklich wären oder gar zu entschuldigen sind. Als Fremder oder Freund kann ich einem Verbrecher neutral begegnen und seine Taten versuchen zu verstehen. Ein Richter hat über das Maß einer Strafe zu urteilen.

      Herzliche Grüße aus Rödermark – Ralf